AKTUELLE PROJEKTE

   

In den vergangenen Jahrzehnten lag der Fokus der altsteinzeitlichen Archäologie in Südwestdeutschland auf den zahlreichen Höhlenfundstellen der Schwäbischen Alb. Im Zuge eines Projekts von Prof. Dr. Harald Floss, Eberhard Karls Universität Tübingen, soll die paläolithische Besiedlung des süddeutschen Freilands genauer erfasst werden. Das Arbeitsgebiet umfasst dabei hauptsächlich die Schwäbische Alb und deren Umland.


 

Vorgeschichtliche Befestigungen auf dem Rosenstein und seinen Nachbarbergen, Gde. Heubach, Ostalbkreis
Sowohl der markante Rosenstein als auch seine Nachbarhöhen Hochberg und Mittelberg tragen die mächtigen Ruinen vorgeschichtlicher Abschnittsbefestigungen und Ringwälle. Es scheint sich um Elemente eines vielgliedrigen Verteidigungssystems gehandelt zu haben, das die Rosenstein-Randhöhen gegen die südlich gelegene Hochfläche des Albuchs deckte. Trotz einiger Forschungsunternehmungen im frühen 20. Jahrhundert steht man an der eindrucksvollen Stätte nach wie vor auf archäologischer terra incognita. Das Projekt will das geschichtsträchtige Areal um den Heubacher Hausberg wieder in den Fokus der Forschung rücken: durch gezielte Grabungen und flächige Prospektionen im Gelände soll die Grundlagenarbeit geleistet werden, die ein tieferes Verständnis des bemerkenswerten Kulturerbes ermöglicht.


 

Alpenpanorama für die Heuneburg
Mit dem Alpenpanorama und einem fest installierten Fernrohr soll den Besuchern des frühkeltischen Fürstensitzes Heuneburg die Möglichkeit gegeben werden, wichtige geographische Punkte und archäologische Denkmale in der näheren und weitere Umgebung der Heuneburg zu entdecken.


 



VERWIRKLICHTE PROJEKTE

   

Sonderausstellung "Burg und Bergbau am Birkenberg,
Gem. Bollschweil St. Ulrich"

Durch den glücklichen Umstand, dass am Birkenberg nach dem mittelalterlichen Bergbau zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert keine jüngeren Bergbauaktivitäten stattgefunden haben, ist hier ein herausragendes Denkmal mittelalterlicher Kultur und Technikgeschichte im Schwarzwald erhalten. Anlässlich der Sanierung der Ruine Birchiburg sind in der Sonderausstellung erstmals die Funde aus den Ausgrabungen von 1987 bis 2004 wie Werkzeuge, Pochsteine und Erzmühlen sowie der Hausrat der Bergleute und der Burgbewohner zu sehen. Eine begehbare Rekonstruktion eines Bergwerksstollens lässt den Besucher in die enge und dunkle Welt mittelalterlicher Bergleute eintauchen.
Gefördert wurde die Ausstellung durch die Förderstiftung Archäologie in Baden Württemberg, dem Förderverein Museum Bad Krozingen e.V., dem Freundeskreis Birchiburg e.V., der Stadt Bad Krozingen, der Gemeinde Bollschweil und dem Breisgauer Geschichtsverein, Sektion Bad Krozingen-Staufen e.V. mit 3000 €.


 

Auswahlkatalog der Römischen Steindenkmale im Kurpfälzischen Museum Heidelberg
Der Katalog umfasst die detaillierte Dokumentation, wissenschaftliche Aufarbeitung und Publikation der in der ständigen Ausstellung des Kurpfälzischen Museums Heidelberg (KMH) gezeigten römischen Steindenkmäler. Das KMH besitzt eine der bedeutensten Sammlungen römischer Weihereliefs, Grabsteine, Architekturglieder und weiterer Inschriften im nördlichen Obergermanien, die bis heute nur ausschnitthaft publiziert wurde. Die 61 ausgestellten Stücke stammen alle aus dem Thein-Neckar-Raum und geben Auskunft über die Kultrugeschichte der Region, die in römischer Zeit zur Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium gehörte.
Das Projekt wurde von der Förderstiftung Archäologie mit 5.000 € gefördert.


 

Revision des Römerkellers in Sulz am Neckar
Im Zuge der Erschließung des Baugebiets Sulz-Kastell in den Jahren 1967 bis 1972 wurde bei Untersuchungen des Landesdenkmalamts ein römischer Keller aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr. freigelegt. Dieser gehörte zu einem Kastelldorf, das sich in Nord-Süd-Richtung mindestens 500 Meter ausdehnte. Es lag in der Nähe eines Steinkastells, das bereits im 19. Jahrhundert in Sulz am Neckar nachgewiesen worden war. 1993 wurde der Keller zur musealen Nutzung mit einem Schutzbau versehen.
Die Revision der musealen Präsentation wurde von der Förderstiftung Archäologie in Baden-Württemberg mit 7.500 € gefördert.


 

Eine Herkulesstatue aus der Sol-Villa im römischen Rottweil Für die Anlage eines neuen Gehweges im Bereich der römischen Zivilstadt in Rottweil- Altstadt wurde im Jahr 2014 auch das Areal der sogenannten Sol-Villa im Zentrum des Municipiums Arae Flaviae tangiert. Im rückwärtigen Teil der ehemaligen Insula wurde ein Hof- oder Gartenbereich angeschnitten, wobei sich neben einer fünfeckigen Säulenbasis auch mehrere Bruchstücke einer unterlebensgroßen Herkulesstatue fanden. Die acht größeren Fragmente umfassen den Oberkörper, Oberarme und Beine sowie einen Löwenkopf und Teile eines Felsens.
Die Rekonstruktion, Montage und Aufstellung im Museum wurde mit 3.500,00 € gefördert.


 

Römisches Grabensystem in Köngen, Kreis Esslingen
Bei Grabungen zwischen 1977 und 1993 wurden auf dem Siedlungsgebiet des Vicus Grinario Teilstücke eines Grabens nachgewiesen. Ziel der Bearbeitung ist es, einen neuen Gesamtplan zu erstellen, in dem sämtliche Befunde eingezeichnet sind.


 

Als im Jahre 1952 in Heidelberg-Handschuhsheim nahe des rechten Neckarhochufers mit dem Bau des städtischen Schwimmbads begonnen wurde, konnte Berndmark Heukemes eine alturnenfelderzeitliche Siedlung erfassen.
Mit der Vorlage des Siedlungsmaterials kann erstmalig ein größerer Fundkomplex dieser Zeit aus dem engeren Neckarmündungsgebiet vorgestellt werden, auch können bislang hierzu in der Literatur getroffene Aussagen korrigiert werden.
Für die wissenschaftliche Bearbeitung des Siedlungsmaterials besteht ein Bedarf von 5.000 €.


 

Wissenschaftliche Aufarbeitung des römischen Welzheim für neue Dauerausstellung
Das am Welterbe Obergermanischer Limes gelegene Welzheim besaß eine bedeutende römische Vergangenheit. Das belegen drei Militärlager, eine Zivilsiedlung und ein Gräberfeld. Die Römerabteilung im städtischen Museum soll grundlegend umgebaut und vergrößert werden, die Ergebnisse und Funde der jüngsten Grabungen im Reiterlager sollen angemessen präsentiert werden.
Für die wissenschaftliche Aufbereitung besteht ein Finanzbedarf von 20.000 €.


 

Grab einer Ärztin
Das römische Gräberfeld von Heidelberg erstreckte sich auf einer Länge von 450 m beiderseits der römischen Fernstraße. Mit 1400 Gräbern aus dem 1. und 2.Jh. n. Chr. ist es eines der größten im römischen Deutschland. Für die gesamte museale Aufbereitung sind insgesamt 20.000 € notwendig. In einem ersten Schritt soll die als „Medica von Heidelberg“ in der Literatur bekannt gewordene Bestattung einer jungen Frau ausgestellt werden. Dank ihrer Grabbeigaben konnte nämlich der Beruf der Römerin rekonstruiert werden: Sie wirkte als Ärztin in der germanischen Provinz.
Für die Museumspräsentation der jungen Ärztin sind Spenden in Höhe von 10.700 Euro eingegangen.


 

Zu den bedeutendsten Zeugnissen römischer Zeit in Baden-Württemberg gehört der Forum-Basilika-Komplex von Ladenburg-Lopodunum, der die Entwicklung vom Militärstützpunkt zum zivilen Verwaltungszentrum widerspiegelt. Teile der Basilika wurden im Mittelalter in die St. Galluskirche einverleibt. Weitere Reste kamen in den letzten Jahrzehnten bei Ausgrabungen zutage. Oberirdisch ist hingegen nichts mehr erhalten. Um die im mittelalterlich geprägten Stadtbild heute kaum mehr nachvollziehbare Lage, Form und Monumentalität der Forumsanlage ins Gedächtnis zu rufen, wird eine auch für ein breites Publikum verständliche 3D-Nachbildung des antiken Stadtzentrums von Ladenburg angefertigt.
Mit einer Spende über 5.000 € kann das Projekt zusammen mit der Stadt Ladenburg und dem Ladenburger Heimatbund verwirklicht werden und wird voraussichtlich Anfang 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt.


 

Das Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Uni Tübingen hat zwischen 2000 und 2005 systematische Ausgrabungen auf der Achalm, einem der Schwäbischen Alb vorgelagerten Zeugenberg im Stadtgebiet von Reutlingen, durchgeführt. Dabei konnte auf einer unterhalb des Gipfels gelegenen Siedlungsterrasse neben Befestigungsanlagen eine eindrucksvolle Siedlungsstratigraphie mit getrennten Schichtkomplexen der späten Urnenfelderzeit, der Späthallstatt- und der Frühlatènezeit dokumentiert werden. Die erhobenen archäologischen Befunde und Funde sind in mehreren größeren Vorberichten vorgelegt worden. Eine Gesamtvorlage des Fundmaterials steht noch aus.


 

Die Heuneburg wurde um 600 v. Chr. von den frühen Kelten gegründet und kann als älteste stadtartige Siedlung nördlich der Alpen gelten. Archäologische Ausgrabungen haben erwiesen, dass die Heuneburg nach griechischem Vorbild eine vollkommen ungewöhnliche Burgbefestigung aus kalkverputzten Lehmziegeln war. Da sich von den Bauwerken obertägig kaum sichtbare Spuren erhalten haben, ist die Vermittlung schwierig. Aus diesem Grund soll die Architektur der Heuneburg durch begehbare 3D-Rekonstruktion nach wissenschaftlichen Kriterien einer breiten Öffentlichkeit vor Ort, aber auch via Internet und in Sonderausstellungen näher gebracht werden.
Spendensumme: 11.200 Euro

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Bemalter Wandputz aus der römischen Villa in Heitersheim:
Die Ausgrabungen des Kellers im Villenhauptgebäude erbrachten zahlreiche Fragmente polychromer Wandmalerei. Deren Aufarbeitung erwies, dass diese neben floraler Bordürenmalerei unterschiedlicher Muster Szenen aus dem dionysischen Umkreis mit halblebensgroßen menschlichen Darstellungen zeigen. Fraglos lohnt es sich hier, ausgewählte Einzeldarstellungen zu konservieren, um sie in Tableaus montiert, der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Spendensumme: 10.500 Euro


 

Was geschah im Kraichgau und den angrenzenden Gebieten nachdem die Römer den Limes aufgaben? Durch neueste archäologische Funde lässt sich heute im ehemaligen Limesgebiet eine germanisch geprägte, sogenannte frühalamannische Folgebesiedlung nachweisen. Ziel der Dissertation zum Thema „Frühalamannische Siedlungsspuren zwischen Rhein, Neckar und Enz“ am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ist es, eine Besiedlungsgeschichte des 3. bis 5. Jh. n. Chr. für die bearbeitete Region vorzulegen.
Spendensumme: 6.225 Euro